Elke, Richter, Malerei, Kunst, Bilder, Skulpturen, Garten, Düsseldorf
Elke Richter
Vita
| 1961 | geboren in Langenberg/Rhld. | |
| 1980 | Abitur | |
| 1980 - 1987 | Studium Produkt-Design an der FH Niederrhein Krefeld | |
| Abschluß mit Diplom | ||
| 1987 - 1989 | freischaffende Künstlerin in Krefeld, Keramik | |
| seit 1989 | freischaffende Künstlerin in Düsseldorf, Malerei | |
| seit 2010 | Mitglied im Westdeutschen Künslerbund | |
| Auswahl von Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen | ||
| 2011 | Künstler-Forum Schloß Zweibrüggen e.V., Übach Palenberg | |
| 2010 | Galerie „Artishocke“, Essen | |
| Gesamtausstellung Westdeutscher Künstlerbund „Landpartie“ | ||
| 2003 | Channel-Galleries, Neuss | |
| 2002 | Kunst im Stahlwerk Becker, Willich | |
| 2001 | Channel-Galleries, Neuss | |
Am Anfang war die Form
Marianne Voos, 27.10.2005
Elke Richter startete mit einem Studium als Keramik Designerin an der Fachhochschule Krefeld. “Ich wollte Konkretes mit meinen Händen schaffen”, meint sie heute. Kunst sollte Gestalt annehmen, sollte handwerkliches Können einbeziehen.
Das fiel auf. Schon während des Studiums nahm sie sehr erfolgreich an Ausstellungen teil. Denn was sie gestaltete, waren nie nur Gegenstände, sondern immer Kunstgegenstände mit einer sehr eigenen Note. Dabei richtete sich ihr Interesse zunehmend auf die Oberflächengestaltung. Auf die gewollten und doch nie ganz berechenbaren, oft auch überraschenden Effekte durch den Brennvorgang. “Eine Oberfläche kann ganze Geschichten erzählen”, behauptet sie.
Während dieser Arbeiten entwickelte Elke Richter ein Kunstverständnis, das sich bis heute durch all ihre noch so unterschiedlich erscheinenden Werke zieht. Für sie ist Gestalten immer auch Entstehen und Geschehen lassen, ein ebenso emotionaler wie intellektueller Vorgang, bei dem sie selbst gleichzeitig Akteurin und staunende Zuschauerin ist.
Dieses Zusammenspiel von eigenem Gestalten und scheinbar zufälligem Entstehen faszinierte Elke Richter so sehr, dass sie sich bald ganz der “Oberfläche” zuwandte: sie begann zu malen. Vorrangig in den von ihr so geliebten Erdtönen der Keramik und unter Einsatz von Materialien wie Sand und Lehm. Elke berichtet davon, als sei jedes Bild auch für sie selbst ein Abenteuer, bei dem sie nicht weiß, wohin ihre Assoziationen sie führen.
Zunächst führten sie zu Bildern, bei denen Struktur und Farbe im Mittelpunkt stehen, während das Motiv verschwommen bleibt und dem Betrachter viel Raum für die eigenen Assoziationen läßt. Ihre anfangs abstrakten Bilder näherten sich allerdings bald - wenn auch schemenhaft - dem Themenkreis Mensch und Tier.
Seit dem Jahr 2004 hat sich Elke Richter nun auf eine neue “Abenteuerreise” begeben: Sie hat Abschied genommen vom Schemenhaften und wendet sich nun dem Konkreten zu. Nach der Auseinandersetzung mit dem Formalen geht es jetzt um die Auseinandersetzung mit dem Motiv, dem Gegenüber, mit dem, was von der Innerlichkeit eines Menschen im Äußeren sichtbar wird.
Das Entstehen dieser Bilder ist auch für Elke Richter ein spannender Prozess. Er beginnt damit, dass sie sich “finden läßt” vom Motiv. Während sie scheinbar wahllos Fotos betrachtet - meist sind es im Internet ersteigerte Dias von ihr völlig fremden Menschen - geschieht es, dass ein Motiv sie plötzlich packt. Auch hier vor allem wieder Motive von Mensch und Tier, vor allem Mensch und Hund. Mit diesem Foto begibt sich Elke auf eine Entdeckungsfahrt der besonderen Art. Während sie das Motiv in den ihr eigenen Farben präzise zu malen beginnt, findet für sie ein intensives, wenn auch fiktives Kennenlernen statt. Der oder die Fremde wird zu einer vertrauten Person. Elke denkt sich in sie hinein, gibt ihr Namen und eine Geschichte. Stellt im Geist Beziehungen her zwischen den Menschen und Tieren, die sie malt. Mit den Mitteln von Farbe und Pinsel “erforscht” sie das Entstehen einer sehr persönlichen, menschlichen Beziehung zu ihrem Gegenüber.
Die Werke dieser neuen künstlerischen Phase sind Bilder von großer Eindringlichkeit. Oft gepaart mit Witz und Charme, vor allem aber mit Blicken, die den Betrachter verfolgen und die unaufhörlich zu fragen scheinen: “Wer bin ich? Wer bist Du?”
Wer eins dieser Bilder länger betrachtet, kann sich dieser Intensität kaum entziehen, denn Elke Richter gelingt die Kunst, durch Äußeres eine subtile Innerlichkeit vor Augen zu führen.